Im Gespräch mit Susi Strickliesel

Rebecca:

Liebe Susi, man kennt dich als „Deutschlands coolste Strickerin“ und man versteht, dass es keine falschen Versprechungen sind sobald man dich kennenlernt. Wir freuen uns, dich unseren Leser vorzustellen und mit dir ein wenig plaudern zu können.

Jung, kreativ, modern – wenn du gerade keine Nadeln in der Hand hältst, würden die wenige, die dich nicht kennen, es wahrscheinlich gar nicht vermuten. Seit wann hältst du die Nadeln stricksicher in deinen Händen und wie kam es dazu?

Susi:

2009 habe ich für das Musical Hairspray mit Uwe Ochsenknecht in Köln gearbeitet. Einige Darstellerinnen haben hinter der Bühne in jeder freien Minute gestrickt und ich wollte es auch unbedingt lernen! Gesagt – getan. Die darauffolgenden Wochen habe ich viel geübt und hatte irgendwann meine erste Mütze fertig. Sie war leider so klein, dass sie nur einem Baby gepasst hätte, aber ich war so stolz auf mein erstes Werk! Danach habe ich angefangen für Freunde und Kollegen zu stricken. Als immer mehr Anfragen kamen und es sich rumgesprochen hatte, ist Susi Strickliesel entstanden. Den Erfolg des Labels konnte aber niemand voraussehen oder planen – ich freue mich noch immer über all die tollen Anfragen, die mir ins Haus flattern.

 

 

 

Susi Strickliesel mit einer ihrer Kreationen – ein Strinband aus dem Effektgarn ggh-TWISTA.

Foto: Susi Strickliesel

 

Rebecca:

Lange Zeit gab es das Vorurteil, dass das Stricken nur eine Beschäftigung für Omas ist. Hatte dich dieses verzerrte Bild vom Stricken in irgendeiner Art und Weise beeinflusst?

Susi:

Ich hatte früher nie Berührungspunkte mit Stricken, hätte es aber gerne erlernt. Meine Oma konnte fabelhaft häkeln, aber es war nie Thema, dass sie es mir beibringt, was ich jetzt sehr schade finde! Aber ihr Barbiekleid hat einen Ehrenplatz in meinem Wollregal.

Barbie-Susi-Strickliesel

Rebecca:

Was ist deine Lieblingsfarbe und welche ist deine Lieblingswolle, mit der du gern strickst?

Susi:

Bei mir kommt keine Wolle ins Haus, die ich nicht mindestens mit 5mm Nadeln stricken kann, am liebsten aber sogar mit 10 oder 12mm. Bei den Farben bin ich sehr offen, wenn man meinen Instagram Account sieht, weiss man was ich meine, ich liebe bunte Farben!

Rebecca:

Einige Menschen behaupten, sie haben keine Kopfform für Mützen – es würde ihnen keine Mütze gut stehen. Würdest du sagen, du kannst für jeden eine Mütze stricken, die schick und cool aussieht und auf jeden Fall passt?

Susi:

Ich bin keine Zauberin, deswegen muss ich das leider klar verneinen. Leider stehen meinem Herzbuben meine Mützen gar nicht, was aber nicht schlimm ist, denn stattdessen trägt er meine Schals!

Rebecca:

Ganz viele Prominente tragen von dir designte und gestrickte Mützen. Wer war der erste glückliche Promi, den du mit einer Mütze ausgestattet hast?

Susi:

Ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich glaube die erste Mütze war für den Schauspieler/Sänger Tom Beck, in dessen Band mein Herzbube Bass spielt. Viele andere wie z.B. Stefanie Heinzmann oder Max von Thun folgten. Zuletzt habe ich Mützen für die Hauptdarsteller von Sturm der Liebe nach ihren Wünschen gestrickt.

Rebecca:

Du arbeitest als Casting & Production Associate im Musicalbereich. Was machst Du genau? Und wie findest du Zeit nebenbei noch so viele tolle Mützen zu designen und vor allem auch zu stricken?

Susi:

Ich betreue die Musicals vom ersten Tag der Planung bis zur letzten Vorstellung. Dies beinhaltet u.a. auch die Castings der Sänger, Schauspieler, Tänzer und Musiker und auch die Vertragsverhandlungen. Im Frühjahr waren wir z.B. in London um die neue Tour der „Rocky Horror Show“ zu casten, die im Herbst startet. Auf diesen Dienstreisen sind meine Nadeln immer dabei. Ich bin kein Partytyp, selbst in London sitze ich lieber abends im Hotelzimmer und stricke. Ich reise mit einem Wollknäuel an und reise mit einer coolen Mütze wieder ab! Was gibt es Schöneres!

Rebecca:

Mützen und Schals sind dein Steckenpferd. Strickst du auch Kleidung für dich?

Susi:

Leider fehlt mir die Zeit, ich würde so gerne grössere Strickprojekte für mich selbst verwirklichen und hätte viele Ideen! Aber dadurch würde mein Blog und auch mein Onlineshop vernachlässigt werden. Der Tag einer Strickerin müsste mindestens 30 Stunden zählen!

Rebecca:

Hast du ein Lieblings-Strickmuster?

Susi:

Definitiv das kleine Perlmuster, es ist so simpel, aber gleichseitig sehr edel.

Rebecca:

Was ist dein Lieblingsfilm und dein Lieblingsort zum Entspannen?

Susi:

Mein absoluter Lieblingsfilm ist „Grüne Tomaten“, ich habe ihn aber schon so oft gesehen, dass ich gerade eine Pause davon mache. Entspannen kann ich überall, wenn meine Nadeln dabei sind. Momentan ist es aber auf unserem Balkon, der direkt am Rhein liegt. Wir sitzen in einem Blumenmeer und haben jeden Tag Urlaubsfeeling in Köln.

Rebecca:

Was ist Stricken für dich?

Susi:

Stricken ist meine Entspannung/meine Meditation! Wenn ich lange nicht mehr gestrickt habe, werde ich richtig nervös! Vor einigen Jahren hatte ich an beiden Handgelenken einen Gips, jeder Strickerin kann sich vorstellen was ich in dieser Zeit durchgemacht habe!

Rebecca:

Was würdest du vermutlich machen, wenn du nicht stricken würdest?

Susi:

Häkeln? :-) Nein, im Ernst spiele ich mit dem Gedanken einen Töpferkurs zu machen. Als Kind habe ich schon getöpfert und würde es gerne wieder erlernen! Und da gibt es noch meine Nähmaschine, die seit zwei Jahren als Deko in der Wohnung steht. Ein Nähkurs steht also auch noch auf der langen To-do-Liste!

Rebecca:

Für wen würdest du unglaublich gern eine Mütze stricken?

Susi:

Ich würde gerne dem Sänger Ziggy Marley eine Rastamütze stricken. Als Halbjamaikanerin wäre es eine große Ehre dem Sohn des großen Bob Marley mit meiner Mütze zu sehen! Wer weiss, vielleicht klappt es ja!

 

Susi Strickliesel

susi@susistrickliesel.de

www.instagram.com/susistrickliesel

Snapchat: susiknit

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